Viele Eigentümer und Eigentümerinnen von Immobilien beschäftigen sich mit dem Thema energetische Sanierung. Zum einen möchten sie Kosten einsparen. Zum anderen gibt es immer mehr gesetzliche Vorschriften, denen Gebäude genügen müssen. Einige treten Mitte 2026 in Kraft, andere 2028. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass eine Änderung des Gebäudeenergiegesetzes für Juli 2026 geplant ist.
Ob freiwillige Modernisierung oder verpflichtende Maßnahme: Eine ganzheitliche Vorgehensweise ist zu empfehlen. Sie sorgt dafür, dass die energetische Sanierung nicht nur einzelne Bauteile verbessert, sondern das Gebäude als Gesamtsystem betrachtet wird.
Sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen mit Energiesparpotential
An erster Stelle der Sanierungsoptionen steht häufig eine Verbesserung der Dämmung. Das kann große Flächen wie Fassade oder Dachboden betreffen. Bei unterkellerten Gebäuden kommt außerdem eine Dämmung der Kellerdecke infrage.
Auch Fenster und Türen sollten geprüft und gegebenenfalls modernisiert werden. Sind sie alt oder undicht, entweicht an diesen Stellen viel Wärme nach außen. Zudem lassen sich Rohrleitungen mit einer Dämmung versehen, um Wärmeverluste zu reduzieren.
Die Modernisierung der Heizungsanlage sollte bei älteren Modellen ebenfalls in Betracht gezogen werden. Den Einbau moderner Heiztechniken fördert der Staat unter bestimmten Voraussetzungen mit finanziellen Mitteln. Hinzu kommt die mögliche Ersparnis bei den Heizkosten. Gleiches gilt für Lüftungsanlagen, die ebenfalls auf dem neuesten Stand sein sollten.
Photovoltaik- und Solarthermieanlagen ermöglichen mehr Unabhängigkeit von Energieerzeugern. Sie arbeiten emissionsarm und können langfristig Energiekosten senken. Wichtig ist, dass sie auf den tatsächlichen Verbrauch eines Gebäudes abgestimmt sind. Solarmodule lassen sich an vielen Stellen anbringen, häufig etwa auf dem Haus- oder Garagendach. Semitransparente PV-Module eignen sich beispielsweise auch als PV Glasdach oder PV Wintergarten. Sie erlauben den Komfort, bei Sonnenschein unter einer Glasüberdachung zu sitzen und gleichzeitig Energie zu produzieren.
Ganzheitlich sanieren für Energieeffizienz und hohe Lebensqualität
Ein ganzheitliches Konzept für Modernisierungsmaßnahmen ist stets zu empfehlen. Das bedeutet, dass alle energetisch relevanten Aspekte einer Immobilie von Anfang an berücksichtigt werden. Laut NABU lassen sich so Bauschäden vermeiden und das Kosten-Nutzen-Verhältnis optimieren.
Eine ganzheitliche Planung umfasst viele Faktoren. Die Gebäudehülle gehört ebenso dazu wie die Haustechnik. Dämmung, Belüftung und Heizung müssen optimal zusammenspielen. Individuelle Eigenheiten des Gebäudes fließen ebenso in die Planung ein wie die Lebensgewohnheiten der Bewohner.
Eine ganzheitliche Betrachtungsweise ermöglicht es, die besten Lösungen für jede Immobilie zu erkennen. Dabei kann ein Energieberater helfen, Schwachstellen zu analysieren, sinnvolle Maßnahmen zu priorisieren und passende Fördermöglichkeiten zu prüfen.
Drei Tipps für eine erfolgreiche ganzheitliche Sanierung
1. Jahrgang des Gebäudes beachten
Der Jahrgang gibt nicht nur das Alter der Immobilie an. Er lässt auch Rückschlüsse auf die Bauweise und typische energetische Schwachstellen zu. Bei Gebäuden aus den 60er Jahren sind das häufig andere Schwachstellen als bei Immobilien aus den 80er oder 90er Jahren.
2. Sanierungspotential erfassen
Der erste Schritt einer sinnvollen Modernisierung ist stets eine umfassende Beurteilung der Immobilie. Wenn klar ist, welche Maßnahmen erforderlich sind, kann die nächste Entscheidung getroffen werden: Soll es sich um eine Komplettsanierung oder um eine Teilsanierung handeln?
Teilsanierungen lassen sich besser planen und effizienter umsetzen, wenn zunächst der Gesamtzustand des Gebäudes erfasst wird. Eine professionelle Energieberatung kann dabei helfen, die richtigen Prioritäten zu setzen.
3. Experten und Expertinnen beauftragen
Für die energetische Modernisierung sollten ausschließlich ausgewiesene Fachkräfte beauftragt werden. Sie stellen eine fachgerechte und effiziente Sanierung sicher. Für die Beratung, Planung und Begleitung sind Personen mit Eintrag in der Energieeffizienz-Expertenliste zuständig.
Für die Durchführung und Umsetzung stehen Fachbetriebe mit entsprechenden Qualifikationen zur Verfügung. Wer passende Unterstützung sucht, kann gezielt nach einem Energieberater in der Nähe suchen.
