Das wichtigste zusammengefasst
- Einen BAFA-Zuschuss für wasserführende Kaminöfen gibt es nicht mehr. Die Heizungsförderung für private Wohngebäude liegt seit 2024 bei der KfW im Programm 458.
- Handbeschickte Holzöfen wie Scheitholz-Kaminöfen schließt die KfW ausdrücklich von der Förderung aus, eine Ausnahme für wasserführende Geräte nennt sie nicht. Ein Pelletofen mit Wassertasche kann dagegen förderfähig sein, wenn er im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA gelistet ist.
- Wer eine förderfähige Anlage plant, stellt den Antrag vor Vorhabenbeginn. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht.
Viele Ratgeber versprechen für den wasserführenden Kaminofen noch einen Zuschuss vom BAFA. Diese Angaben stammen aus der Zeit bis 2023. Seitdem hat sich die Zuständigkeit geändert, und im Juli 2026 hat der Bund die Förderung erneut umgebaut. Dieser Beitrag erklärt, was ein wasserführender Kaminofen leistet, warum das BAFA heute nicht mehr der richtige Ansprechpartner ist, welche Holzfeuerungen die KfW fördert und wo Sie mit einem Scheitholzofen ohne Zuschuss planen sollten.
Was ein wasserführender Kaminofen im Haus leistet
Ein wasserführender Kaminofen heizt den Raum, in dem er steht, und gibt zusätzlich einen Teil seiner Wärme über einen eingebauten Wärmetauscher, die sogenannte Wassertasche, an das Heizungswasser ab. Diese Wärme fließt meist in einen Pufferspeicher. Von dort versorgt sie die Heizkörper oder die Fußbodenheizung in anderen Räumen und kann je nach Anlage auch das Trinkwasser erwärmen.
Im Alltag ergänzt ein solcher Ofen fast immer eine Hauptheizung. Scheitholz muss von Hand nachgelegt werden, nachts oder bei längerer Abwesenheit übernimmt die vorhandene Heizung. Wie viel Brennstoff der Ofen einspart, hängt davon ab, wie oft er läuft, wie groß der Pufferspeicher ist und wie gut die Anlage auf das Haus abgestimmt wurde. Pauschale Ersparniszahlen helfen hier wenig.
Holz gilt als nachwachsender Brennstoff, weil beim Verbrennen etwa so viel CO2 frei wird, wie der Baum beim Wachsen gebunden hat. Dafür entsteht Feinstaub. Deshalb kommt es auf ein emissionsarmes Gerät, trockenes Holz und richtiges Anheizen an.
Gibt es noch eine BAFA-Förderung für wasserführende Kaminöfen?
Nein. Bis 2023 lief die Förderung neuer Heizungen in Wohngebäuden über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Aus dieser Zeit stammen die Prozentsätze und Höchstbeträge, die in älteren Texten noch auftauchen. Seit 2024 beantragen private Eigentümer die Heizungsförderung bei der KfW, Programm 458, die „Heizungsförderung für Privatpersonen“ für Wohngebäude.
Das BAFA ist weiter für andere Teile der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zuständig: Dämmung und Fenster, Lüftungs- und Anlagentechnik, Heizungsoptimierung sowie die geförderte Energieberatung. Der Grundfördersatz für diese Einzelmaßnahmen liegt bei 15 %. Einen Zuschuss für den Kauf eines Kaminofens bietet das BAFA nicht an.
Auch die BAFA-Förderung zur Emissionsminderung bei Biomasseheizungen hilft hier nicht weiter. Sie gilt für die Nachrüstung von Staubabscheidern an bestehenden Feuerungen ab 4 kW, ausdrücklich ausgenommen sind Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kaminöfen.
Was die KfW-Heizungsförderung für Holzöfen vorsieht
Biomasseheizungen gehören zu den Anlagen, die die KfW im Programm 458 fördert. Nach dem KfW-Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen (Version 11.0, gültig seit 16.09.2026) muss eine Biomasseheizung mindestens 5 kW Nennwärmeleistung haben und im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA als förderfähig gelistet sein. Nach der Maßnahme müssen die versorgten Wohnungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien beheizt werden.
Im selben Infoblatt steht eine Liste nicht förderfähiger Wärmeerzeuger. Darauf finden sich handbeschickte Biomasse-Einzelöfen, ausdrücklich Scheitholz-Kaminöfen und Kachelöfen, sowie luftgeführte Pelletöfen. Ein wasserführender Scheitholz-Kaminofen bleibt ein handbeschickter Einzelofen. Eine Ausnahme für Geräte mit Wassertasche nennt die KfW nicht. Wer trotzdem auf eine Förderung hofft, sollte das konkrete Modell vor dem Kauf vom Fachbetrieb oder von einem Energie-Effizienz-Experten anhand des Wärmeerzeuger-Portals prüfen lassen.
Anders sieht es bei Pelletöfen mit Wassertasche aus. Sie werden automatisch mit Brennstoff beschickt und stehen nicht auf der Ausschlussliste. Erreicht das Gerät die Mindestleistung und ist es im Wärmeerzeuger-Portal gelistet, kommt die KfW-Förderung in Betracht. Gleiches gilt für Scheitholz-, Pellet- und Hackschnitzelkessel als Zentralheizung.
Planung und Einbau: Was bei einem wasserführenden Kaminofen zu beachten ist
Ein wasserführender Ofen ist Teil der Heizungsanlage und braucht deshalb mehr Planung als ein reiner Raumofen. Die Leistung muss zum Raum passen, in dem der Ofen steht, damit dieser nicht überhitzt. Der Anteil, der ins Heizungswasser geht, muss zum Pufferspeicher und zur übrigen Anlage passen. Sonst taktet die Hauptheizung unnötig oder die Wärme aus dem Ofen bleibt ungenutzt.
Den Anschluss an den Heizkreis übernimmt ein Heizungsfachbetrieb. Vor der ersten Inbetriebnahme prüft der zuständige Schornsteinfeger, ob Ofen und Schornstein zusammenpassen und die Anlage sicher betrieben werden kann. Für eine geförderte Heizung verlangt die KfW außerdem einen hydraulischen Abgleich.
Sinnvoll ist ein Blick auf das ganze Haus, bevor Sie sich für ein Gerät entscheiden. Ein Energie-Effizienz-Experte kann einschätzen, ob ein Kaminofen als Ergänzung reicht oder ob sich ein Heizungstausch eher lohnt, der dann über die KfW gefördert werden kann. Energieberater aus unserem Verzeichnis finden Sie über die Suche nach Ihrer Region.
Rechtlich ist die Wahl frei. Seit dem 29.07.2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das frühere Gebäudeenergiegesetz in geänderter Fassung. Die Pflicht, beim Heizungseinbau 65 % erneuerbare Energien zu nutzen, ist gestrichen. Biomasse ist ausdrücklich als Heizungsoption genannt. Für einen Kaminofen als Zusatzheizung ergibt sich aus dem GModG keine Einbaupflicht.
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Förderung für wasserführende Öfen im Überblick
Die Tabelle fasst zusammen, was Stand Oktober 2026 für Holz- und Pelletöfen mit Wasseranschluss gilt. Die Fördersätze beziehen sich auf das KfW-Programm 458 und gelten nur für Anlagen, die dort überhaupt förderfähig sind.
| Förderkriterium | Details |
|---|---|
| Zuständige Stelle | KfW, Programm 458 (Heizungsförderung für Privatpersonen); das BAFA fördert keine neuen Heizungen in Wohngebäuden mehr |
| Scheitholz-Kaminofen mit Wassertasche | Als handbeschickter Biomasse-Einzelofen laut KfW-Infoblatt nicht förderfähig |
| Pelletofen mit Wassertasche | Kann förderfähig sein: mindestens 5 kW Nennwärmeleistung, Listung im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA |
| Förderhöhe | 30 % Grundförderung; Klimageschwindigkeitsbonus 16 % für Selbstnutzer beim Tausch einer alten Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung; Einkommensbonus 40, 30 oder 10 %; zusammen höchstens 70 %, bei geringem Einkommen 80 % |
| Förderfähige Kosten | Bis 28.000 € für die erste Wohnung; ab 01.02.2027 sinkt der Betrag halbjährlich um 750 € |
| Emissionsminderungszuschlag | Der frühere Zuschlag von 2.500 € für Biomasseheizungen ist seit 21.07.2026 gestrichen |
| Antragsberechtigte | Eigentümer bestehender Wohngebäude, Bauantrag mindestens 5 Jahre alt; Boni außer der Grundförderung nur für Selbstnutzer |
| Antragsverfahren | Antrag bei der KfW vor Vorhabenbeginn, mit Bestätigung zum Antrag vom Fachbetrieb oder Energie-Effizienz-Experten; Liefervertrag nur mit aufschiebender Bedingung |
| Hinweis | Kein Rechtsanspruch, die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel |
Ohne Förderung bleibt der Steuerbonus nach § 35c EStG als möglicher Weg. Er gilt für energetische Maßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum, das bei Beginn älter als zehn Jahre ist. Verteilt auf drei Jahre lassen sich 20 % der Kosten von der Steuer abziehen, höchstens 40.000 € je Objekt. Voraussetzung ist eine Bescheinigung des Fachunternehmens nach amtlichem Muster. Ob ein bestimmter Ofen die Anforderungen erfüllt, sollten Sie vorab mit dem Fachbetrieb und Ihrer Steuerberatung klären. Manche Länder und Kommunen haben eigene Programme, deren Bedingungen dort zu erfragen sind.
Häufige Fragen kurz beantwortet
Gibt es 2026 noch eine BAFA-Förderung für einen wasserführenden Kaminofen?
Nein. Das BAFA fördert seit 2024 keine neuen Heizungen in privaten Wohngebäuden mehr. Zuständig ist die KfW mit dem Programm 458. Beim BAFA bleiben Dämmung, Anlagentechnik, Heizungsoptimierung und Energieberatung.
Fördert die KfW einen wasserführenden Kaminofen?
Für einen Scheitholz-Kaminofen in der Regel nicht. Das KfW-Infoblatt führt handbeschickte Biomasse-Einzelöfen wie Scheitholz-Kaminöfen und Kachelöfen als nicht förderfähig, eine Ausnahme für Geräte mit Wassertasche ist dort nicht vorgesehen. Pelletöfen mit Wassertasche können förderfähig sein, wenn sie mindestens 5 kW leisten und im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA gelistet sind.
Wie hoch wäre die Förderung für einen förderfähigen Pelletofen mit Wassertasche?
Die Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten, bei einem Einfamilienhaus auf höchstens 28.000 € gerechnet. Das sind bis zu 8.400 €. Selbstnutzer, die eine alte Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzen, erhalten 16 % Klimageschwindigkeitsbonus dazu, bei niedrigem Einkommen kommt ein Einkommensbonus hinzu. Zusammen sind höchstens 70 % möglich, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € 80 %.
Wann muss ich den Antrag stellen?
Vor Vorhabenbeginn. Sie dürfen einen Liefer- oder Einbauvertrag bereits unterschreiben, wenn er eine aufschiebende Bedingung enthält, also erst mit der Förderzusage wirksam wird. Für den Antrag brauchen Sie eine Bestätigung zum Antrag, die der Fachbetrieb oder ein Energie-Effizienz-Experte ausstellt.
Kann ich die KfW-Förderung mit dem Steuerbonus kombinieren?
Nicht für dieselbe Maßnahme. Entweder Sie nehmen den Zuschuss der KfW oder den Steuerbonus nach § 35c EStG. Für unterschiedliche Maßnahmen, etwa eine geförderte Heizung und eine steuerlich abgesetzte Dämmung, lassen sich beide Wege nebeneinander nutzen.
Wer prüft, ob mein Ofen förderfähig ist?
Der Heizungsfachbetrieb oder ein Energie-Effizienz-Experte. Beide können im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA nachsehen, ob das Modell gelistet ist, und stellen die Bestätigung zum Antrag aus. Energie-Effizienz-Experten in Ihrer Nähe finden Sie in unserem Verzeichnis.
