Energieeffizienzklasse KfW 70: Was der Standard heute bedeutet

Das wichtigste zusammengefasst

  • „KfW 70“ meint das Effizienzhaus 70: Das Gebäude braucht höchstens 70 % der Primärenergie eines vergleichbaren Referenzgebäudes nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG).
  • Es ist keine Effizienzklasse des Energieausweises. Dort reicht die Skala für Wohngebäude von A+ bis H.
  • Gefördert wird das Effizienzhaus 70 nur noch bei der Sanierung (KfW 261), seit dem 21.07.2026 mit höchstens 5 % Tilgungszuschuss. Neubauten nach diesem Standard fördert die KfW nicht.

Wer saniert oder ein Haus kauft, stößt schnell auf den Begriff „KfW 70“. Gemeint ist ein Effizienzhaus-Standard der Bundesförderung für effiziente Gebäude, keine Klasse im Energieausweis. Dieser Ratgeber erklärt, was hinter dem Standard steckt, wie Sie ihn erreichen und welche Förderung es dafür im Oktober 2026 noch gibt.

Machen Sie den ersten Schritt zu geringeren Energiekosten.

Was ist die Energieeffizienzklasse KfW 70 und warum sollte sie Ihnen wichtig sein?

Ein Effizienzhaus 70 braucht höchstens 70 % der Primärenergie eines gleich großen Referenzgebäudes, das die Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) genau erfüllt. Die Zahl 70 ist also ein Prozentwert und kein absoluter Verbrauch von 70 kWh pro Quadratmeter. Je kleiner die Zahl, desto effizienter das Haus: Ein Effizienzhaus 40 kommt mit 40 % aus, ein Effizienzhaus 85 mit 85 %. Neben dem Primärenergiebedarf zählt auch der Wärmeschutz der Gebäudehülle; die genauen Anforderungen je Stufe legt die Förderrichtlinie fest.

Mit den Energieeffizienzklassen im Energieausweis hat der Standard nichts direkt zu tun. Diese Klassen reichen bei Wohngebäuden von A+ (bis 30 kWh/(m²·a)) bis H (über 250 kWh/(m²·a)) und richten sich nach dem Endenergiekennwert. Ein Effizienzhaus 70 landet meist in einer guten Klasse, eine feste Zuordnung gibt es aber nicht.

Wichtig ist der Standard vor allem für die Förderung: Wer ein bestehendes Haus als Ganzes saniert, kann über die KfW einen Kredit mit Tilgungszuschuss erhalten. Die Effizienzhaus-Stufe entscheidet, wie hoch dieser Zuschuss ausfällt. Ältere Texte vergleichen das Effizienzhaus 70 noch mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009; diese gilt seit November 2020 nicht mehr.

Wie erreichen Sie den Standard KfW 70 für Ihr Zuhause?

Am Anfang steht ein Energieeffizienz-Experte. Er nimmt den Bestand auf, berechnet das Gebäude und zeigt, welche Maßnahmen zusammen zum Effizienzhaus 70 führen. Typisch sind eine bessere Dämmung von Dach, Wänden und Kellerdecke, neue Fenster und eine effiziente Heizung, oft mit erneuerbaren Energien. Ob sich der Schritt zum Effizienzhaus lohnt oder ob einzelne Maßnahmen mit BAFA-Zuschuss günstiger sind, hängt vom Ausgangszustand ab. Ein individueller Sanierungsfahrplan hilft bei dieser Entscheidung.

Für die Förderung ist zusätzlich die Klasse entscheidend. „EE“ steht für die Erneuerbare-Energien-Klasse, „NH“ für die Nachhaltigkeitsklasse. Seit dem 21.07.2026 ist die EE-Klasse der Standard, die Tilgungszuschüsse wurden um 10 Prozentpunkte gesenkt.

Der Experte begleitet auch die Umsetzung und bestätigt am Ende, dass der Standard erreicht ist. Die Baubegleitung fördert die KfW mit 50 %. Beantragen müssen Sie den Kredit, bevor das Vorhaben beginnt.

Finanzielle Vorteile und Förderungen durch die KfW für Effizienzhaus 70

Das frühere Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ mit den Nummern 151, 152 und 430 ist eingestellt. Heute läuft die Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Für die Sanierung zum Effizienzhaus vergibt die KfW den Kredit 261 mit bis zu 150.000 € je Wohnung.

Der Tilgungszuschuss beträgt seit dem 21.07.2026 beim Effizienzhaus 70 in der Nachhaltigkeitsklasse 5 %, in der EE-Klasse gibt es keinen Zuschuss mehr. Zum Vergleich: Ein Effizienzhaus 55 EE erhält 5 %, ein Effizienzhaus 40 EE 10 % und ein Effizienzhaus 40 NH 15 %. Für besonders schlechte Ausgangsgebäude (Worst Performing Building) gibt es 10 Prozentpunkte mehr, für serielle Sanierung bis zu 15 Punkte.

Einen Neubau nach Effizienzhaus 70 fördert die KfW nicht. Im Neubau zählt das Effizienzhaus 40 (Programme 297/298); befristet bis längstens 31.12.2026 gibt es zusätzlich eine Förderung für das Effizienzhaus 55 mit 100 % erneuerbarer Wärme.

Wer als Familie ein Haus der Klassen F, G oder H kauft, kann über „Jung kauft Alt“ (KfW 308) seit dem 03.08.2026 bis zu 180.000 € Kredit erhalten. Dafür muss das Haus innerhalb von 54 Monaten mindestens auf Effizienzhaus 85 EE saniert werden oder auf dem Niveau der BEG-Einzelmaßnahmen. Einen Rechtsanspruch auf Förderung gibt es bei keinem Programm.

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Energieeffizienzklasse KfW 70: Ein Leitfaden für Bauherren und Immobilienbesitzer

Die wichtigsten Punkte zum Effizienzhaus 70 im Überblick (Stand Oktober 2026):

EigenschaftDefinitionVorteile
GrundprinzipDas Gebäude braucht höchstens 70 % der Primärenergie eines vergleichbaren Referenzgebäudes nach GModG.Niedrigere Betriebskosten und weniger CO2-Emissionen als ein Haus auf gesetzlichem Mindestniveau.
Bezug zum EnergieausweisKein Begriff des Energieausweises; dort gelten die Klassen A+ bis H nach Endenergie.Ein Effizienzhaus 70 erreicht meist eine gute Klasse, eine feste Zuordnung gibt es nicht.
SanierungKfW-Kredit 261 bis 150.000 € je Wohnung; Tilgungszuschuss EH 70 NH 5 %, EH 70 EE 0 %.Günstige Finanzierung einer Komplettsanierung, Baubegleitung zu 50 % gefördert.
NeubauKeine Förderung für Effizienzhaus 70; gefördert werden Effizienzhaus 40 und befristet Effizienzhaus 55.Wer neu baut, plant für die Förderung besser gleich ein Effizienzhaus 40.
Fachliche BegleitungEnergieeffizienz-Experte für Planung, Antrag und Nachweis; Antrag vor Vorhabenbeginn.Sicherheit, dass Maßnahmen und Nachweise zusammenpassen.

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Häufige Fragen kurz beantwortet

Was bedeutet die Energieeffizienzklasse KfW 70 für mein Haus?

Ihr Haus braucht höchstens 70 % der Primärenergie eines vergleichbaren Referenzgebäudes, das die Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes genau erfüllt. Gegenüber diesem gesetzlichen Mindestniveau spart es also rund 30 % Primärenergie. Für Sie heißt das in der Regel niedrigere Heizkosten.

Welche Vorteile bringt mir ein KfW-70-Standard?

Dazu gehören niedrigere Energiekosten, mehr Wohnkomfort durch bessere Dämmung und weniger CO2-Emissionen. Zudem kann eine solche Immobilie auf dem Markt attraktiver sein. Die Förderung ist dagegen deutlich geringer als früher: Bei der Sanierung gibt es höchstens 5 % Tilgungszuschuss.

Kann ich Förderungen für die Sanierung meines Hauses auf KfW-70-Niveau erhalten?

Ja, über den KfW-Kredit 261. In der Nachhaltigkeitsklasse gibt es seit dem 21.07.2026 einen Tilgungszuschuss von 5 %, in der EE-Klasse keinen. Wer nur einzelne Maßnahmen umsetzt, kann stattdessen die BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen (15 %) und für den Heizungstausch die KfW-Heizungsförderung (458) nutzen. Der Antrag muss immer vor Vorhabenbeginn gestellt werden.

Welche Maßnahmen sind notwendig, um ein bestehendes Gebäude auf den KfW-70-Standard zu bringen?

In der Regel braucht es eine umfassende Sanierung: Dämmung von Wänden, Dach und Kellerdecke, neue Fenster und eine effiziente Heizung, häufig mit erneuerbaren Energien. Welche Kombination für Ihr Haus reicht, berechnet ein Energieeffizienz-Experte.

Wird ein Neubau nach KfW 70 noch gefördert?

Nein. Im Neubau fördert die KfW das Effizienzhaus 40 (Programme 297/298) und befristet bis längstens 31.12.2026 das Effizienzhaus 55 mit 100 % erneuerbarer Wärme. Ein Neubau nach Effizienzhaus 70 erhält keine Bundesförderung.

Welche Rolle spielt KfW 70 im Rahmen des Gebäudemodernisierungsgesetzes?

Das Gesetz legt die Mindestanforderungen fest und definiert das Referenzgebäude, an dem sich die Effizienzhaus-Stufen messen. Die Stufe 70 selbst ist ein Förderstandard und keine gesetzliche Pflicht. Die Energieeinsparverordnung (EnEV), auf die sich ältere Texte beziehen, gilt seit November 2020 nicht mehr.

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Redaktion

Lars Reimers und Thorolf Rudischhauser - Ingenieure bei WarmWorks

Dieser Beitrag wurden mit freundlicher Unterstützung von Lars Reimers und Thorolf Rudischhauser geschrieben. Sie sind zertifizierte Energieeffizienz-Experten bei WarmWorks. Lars Reimers, Bauingenieur mit umfangreicher Erfahrung in der Bauplanung und -überwachung, sorgt dafür, dass Ihre Gebäude energieeffizient und strukturell einwandfrei sind. Thorolf Rudischhauser, Umweltingenieur spezialisiert auf nachhaltige Gebäudetechnik, bringt umfassendes Wissen in Umweltfragen und Energieeinsparung in jedes Projekt ein. Gemeinsam bieten sie maßgeschneiderte Lösungen zur energetischen Optimierung von Wohngebäuden und unterstützen bei der Beantragung von Fördermitteln.