Das wichtigste zusammengefasst
- Kern ist der Steuerbonus für energetische Sanierungen nach § 35c EStG: Die Kosten für einen Energieberater mindern die Einkommensteuer um 50 %.
- Voraussetzung: selbstgenutztes Wohneigentum, ein Gebäude, das älter als zehn Jahre ist, und ein förderberechtigter Energieberater, der mit der Planung oder Bauüberwachung der Maßnahmen beauftragt ist.
- Steuerbonus und Förderzuschuss von BAFA oder KfW gibt es für dieselbe Maßnahme nur alternativ, nicht zusammen.
Sie möchten wissen, ob Sie die Kosten für einen Energieberater von der Steuer absetzen können? Die kurze Antwort: Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen und nicht so, wie es oft zu lesen ist. Die passende Regel steht nicht bei den Handwerkerleistungen, sondern beim Steuerbonus für energetische Sanierungen in § 35c des Einkommensteuergesetzes. In unserem Ratgeber erklären wir, welche Voraussetzungen gelten, wie viel Sie sparen können und wann ein Förderzuschuss die bessere Wahl ist (Stand Oktober 2026).
Was das Gesetz für Energieberaterkosten vorsieht
Wer sein selbstgenutztes Haus oder seine Eigentumswohnung energetisch saniert, kann statt eines Förderzuschusses einen Steuerbonus nutzen. Begünstigt sind zum Beispiel die Dämmung von Wänden, Dach und Geschossdecken, neue Fenster und Außentüren, eine Lüftungsanlage, die Erneuerung oder Optimierung der Heizung und digitale Systeme zur Betriebs- und Verbrauchsoptimierung. Die Steuerermäßigung beträgt insgesamt 20 % der Aufwendungen und verteilt sich auf drei Jahre: je 7 % im Jahr des Abschlusses und im Folgejahr, 6 % im dritten Jahr. Je Objekt sind höchstens 40.000 € Steuerermäßigung möglich.
Für den Energieberater gilt eine eigene, deutlich günstigere Regel: Seine Kosten mindern die Einkommensteuer um 50 %. Das gilt aber nur, wenn der Berater für die Bundesförderung Energieberatung für Wohngebäude förderberechtigt ist, also in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes steht, und wenn Sie ihn mit der Planung oder der Bauüberwachung der energetischen Maßnahmen beauftragt haben. Eine Beratung ohne anschließende Sanierung reicht dafür nicht.
Voraussetzungen für den Steuerbonus
Damit das Finanzamt die Kosten anerkennt, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Sie bewohnen das Gebäude selbst, und es liegt in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum. Bei Beginn der Maßnahme ist das Gebäude älter als zehn Jahre. Die Arbeiten führt ein Fachunternehmen aus, das Ihnen die Durchführung mit einer Bescheinigung nach amtlichem Muster bestätigt. Die Rechnung ist auf Deutsch ausgestellt und wurde unbar auf das Konto des Unternehmens bezahlt; Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.
Begünstigt sind Maßnahmen, die nach dem 31.12.2019 begonnen und vor dem 01.01.2030 abgeschlossen werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hat im Juli 2026 erklärt, dass die Bedingungen der steuerlichen Förderung unverändert bleiben.
Steuerbonus und Zuschuss schließen sich aus
Der wichtigste Punkt in der Praxis: Für dieselbe Maßnahme können Sie entweder den Steuerbonus nach § 35c nutzen oder eine öffentliche Förderung, etwa einen Zuschuss des BAFA, die Heizungsförderung der KfW oder einen zinsverbilligten Förderkredit. Eine Kombination ist ausgeschlossen. Ebenso wenig lässt sich § 35c für dieselben Aufwendungen mit der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen (§ 35a EStG) verbinden.
Auch für die Beratung selbst gibt es einen Zuschuss: Das BAFA übernimmt bei der Energieberatung für Wohngebäude 50 % des Honorars, höchstens 650 € im Ein- und Zweifamilienhaus und 850 € ab drei Wohnungen. Den Antrag stellen Sie vor Abschluss des Beratungsvertrags, das Gebäude muss mindestens zehn Jahre alt sein. Was sich für Sie mehr lohnt, hängt vom Umfang der Sanierung, Ihrem Steuersatz und den Fördersätzen der einzelnen Maßnahmen ab. Bei größeren Vorhaben mit Zuschuss lohnt sich der geförderte Sanierungsfahrplan oft zusätzlich, weil er bei BAFA-Einzelmaßnahmen die förderfähigen Kosten verdoppelt.
Und die Handwerkerleistungen?
Häufig liest man, Energieberaterkosten ließen sich als Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Das ist zweifelhaft: Eine Beratung oder ein Gutachten ist keine handwerkliche Tätigkeit. Verlassen Sie sich darauf nicht, sondern klären Sie die Einordnung im Einzelfall mit Ihrem Steuerberater. Für Beratung, Planung und Bauüberwachung bei einer energetischen Sanierung ist § 35c der passende Weg.
So gehen Sie am besten vor: Klären Sie vor Beginn, ob Sie Zuschuss oder Steuerbonus nutzen wollen. Beauftragen Sie einen Energieberater aus der Expertenliste schriftlich mit Planung oder Bauüberwachung. Bewahren Sie Rechnungen, Überweisungsbelege und die Bescheinigung des Fachunternehmens auf und geben Sie die Aufwendungen in der Steuererklärung für das Jahr an, in dem die Maßnahme abgeschlossen wurde.
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Energieberater: Ihr Schlüssel zu Steuervorteilen
Die folgende Übersicht zeigt, welche Wege es für die Kosten einer Energieberatung und einer energetischen Sanierung gibt. Sie ersetzt keine Steuerberatung, hilft aber bei der Einordnung.
| Bereich | Voraussetzungen | Vorteil | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Energieberater bei Maßnahmen nach § 35c EStG | Selbstgenutztes Wohneigentum, Gebäude älter als zehn Jahre, Berater in der Energieeffizienz-Expertenliste, beauftragt mit Planung oder Bauüberwachung | 50 % der Beraterkosten mindern die Einkommensteuer | Nicht zusätzlich zu einem Zuschuss für dieselben Kosten |
| Energetische Maßnahmen (§ 35c EStG) | Ausführung durch Fachunternehmen, Bescheinigung nach amtlichem Muster, Rechnung auf Deutsch, unbare Zahlung | 20 % der Aufwendungen über drei Jahre, höchstens 40.000 € je Objekt | Alternative zur Förderung durch BAFA oder KfW |
| BAFA Energieberatung für Wohngebäude | Gebäude mindestens zehn Jahre alt, Berater in der Expertenliste, Antrag vor Abschluss des Beratungsvertrags | Zuschuss von 50 % des Honorars, höchstens 650 € bzw. 850 € | Ergebnis ist ein Sanierungsfahrplan; kein Steuerabzug für denselben Betrag |
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Häufige Fragen kurz beantwortet
Sind die Kosten für einen Energieberater steuerlich absetzbar?
Ja, wenn Sie selbst im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung wohnen und den Energieberater mit der Planung oder Bauüberwachung einer energetischen Sanierung beauftragen. Dann mindern 50 % seiner Kosten Ihre Einkommensteuer (§ 35c EStG). Der Berater muss in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes stehen, und für dieselben Kosten dürfen Sie keinen Zuschuss erhalten.
Wie kann ich einen Energieberater in meiner Steuererklärung angeben?
Die Aufwendungen für energetische Maßnahmen und den Energieberater tragen Sie in der Anlage für die Steuerermäßigung bei energetischen Maßnahmen ein, und zwar für das Jahr, in dem die Maßnahme abgeschlossen wurde. Halten Sie die Rechnung, den Überweisungsnachweis und die Bescheinigung des Fachunternehmens bereit. Bei Unsicherheiten hilft Ihnen ein Steuerberater.
Gibt es einen Höchstbetrag für die steuerliche Absetzbarkeit von Energieberatungskosten?
Für den Steuerbonus nach § 35c gilt insgesamt ein Höchstbetrag von 40.000 € Steuerermäßigung je Objekt. Für die energetischen Maßnahmen beträgt die Ermäßigung 20 % der Aufwendungen, verteilt auf drei Jahre; für den Energieberater beträgt sie 50 % seiner Kosten.
Können auch Energieberatungskosten für Mietobjekte steuerlich geltend gemacht werden?
Der Steuerbonus nach § 35c gilt nur für selbstgenutztes Wohneigentum. Bei vermieteten Objekten werden Beratungskosten in der Regel bei den Einkünften aus Vermietung berücksichtigt. Die Einzelheiten klären Sie am besten mit einem Steuerberater.
Welche Unterlagen brauche ich, um Energieberatungskosten steuerlich abzusetzen?
Sie brauchen eine Rechnung in deutscher Sprache, einen Nachweis über die unbare Zahlung auf das Konto des Beraters oder Unternehmens und für die Sanierungsmaßnahmen die Bescheinigung des Fachunternehmens nach amtlichem Muster. Aus dem Auftrag an den Energieberater sollte hervorgehen, dass er mit Planung oder Bauüberwachung beauftragt war.
Beeinflusst die Art der durchgeführten Energiemaßnahmen die Absetzbarkeit der Energieberaterkosten?
Ja. Begünstigt sind nur energetische Maßnahmen im Sinne von § 35c, zum Beispiel Dämmung, Fenster, Lüftung oder die Erneuerung der Heizung. Der Energieberater muss diese Maßnahmen planen oder überwachen; eine reine Beratung ohne Umsetzung genügt nicht. Wird dieselbe Maßnahme mit Zuschuss oder Förderkredit gefördert, entfällt der Steuerbonus.
